Avodah Zarah 106

Kapitel 106

א אם עתידין לחזור כמלחמת יהושע אינה בטילה
1 so ist er, [im letzten Falle,] wenn er später zurückkehrt, wie beim Kriege des Jehošua͑, dadurch nicht entheiligt.
ב וצריכא דאי תנא לוה עליה מדלא זבנה לא בטלה אבל נפלה עליה מפולת מדלא קא מפני לה אימא בטולי בטלה צריכא
2 Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er es nur vom Borgen gelehrt haben, [so könnte man glauben,] da er ihn nicht ganz verkauft hat, so hat er ihn nicht entheiligt, wenn aber ein Schutthaufen auf ihn gefallen ist, und er ihn nicht fortgeräumt hat, habe er ihn wohl entheiligt.
ג ואי תנא נפלה עליה מפולת משום דסבר הא מנחת כל אימת דבעינא לה שקילנא לה אבל גנבוה לסטים מדלא קא מהדר אבתרה בטולי בטלה צריכא
3 Würde er nur den Fall vom Schutthaufen gelehrt haben, [so könnte man glauben,] er denke, mag er einstweilen liegen bleiben, und sobald ich Lust habe, räume ich ihn fort, wenn aber Straßenräuber ihn gestohlen haben und er ihn nicht wieder zu erlangen sucht, habe er ihn entheiligt.
ד ואי תנא גנבוה לסטין משום דסבר אי עובד כוכבים שקיל לה מפלח פלח לה אי ישראל שקלה איידי דדמיה יקרין מזבין לה לעובד כוכבים ופלח לה אבל הניחוה הבעלים והלכו למדינת הים מדלא שקלו בהדייהו בטולי בטלוה צריכא
4 Und würde er nur den Fall, wenn Straßenräuber ihn gestohlen haben, gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er denkt, hat ihn ein Nichtjude fortgenommen, so wird er ihn anbeten, hat ihn ein Jisraélit fortgenommen, so wird er ihn, da er wertvoll ist, an einen Nichtjuden verkaufen und dieser ihn anbeten, wenn aber der Eigentümer ihn zurückgelassen und nach dem Überseelande verreist ist, so hat er ihn, da er ihn nicht mitgenommen hat, entheiligt. Daher [sind alle Fälle] nötig. –
ה אם עתידין לחזור כמלחמת יהושע אינה בטילה מידי מלחמת יהושע מיהדר הדור ה"ק אם עתידין לחזור הרי הוא כמלחמת יהושע ואין לה בטילה
5 «Wenn er später zurückkehrt, wie beim Kriege des Jehošua͑, dadurch nicht entheiligt.» Sind sie denn beim Kriege des Jehošua͑ zurückgekehrt!? – Er meint es wie folgt: wenn sie später zurückkehren, so ist es ebenso wie beim Kriege des Jehošua͑ und er ist dadurch nicht entheiligt. –
ו ולמה לי למיתלייה במלחמת יהושע מלתא אגב אורחא קמ"ל כי הא דאמר רב יהודה אמר רב ישראל שזקף לבינה להשתחות לה ובא עובד כוכבים והשתחוה לה אסרה
6 Wozu bezieht er es auf den Krieg des Jehošua͑!? – Er lehrt uns nebenbei folgendes: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, wenn ein Jisraélit einen Ziegelstein hinstellt, um ihn anzubeten, und darauf ein Nichtjude kommt und ihn anbetet, sei er verboten;
ז מנלן דאסרה א"ר אלעזר כתחילה של א"י דאמר רחמנא (דברים יב, ג) ואשריהם תשרפון באש מכדי ירושה היא להם מאבותיהם ואין אדם אוסר דבר שאינו שלו
7 woher nun, daß er verboten ist? R. Elea͑zar erklärte: Wie bei der Eroberung des Jisraéllandes; der Allbarmherzige sagt: <i>und ihre Ašeras sollt ihr im Feuer verbrennen</i>; weshalb nun, dieses ist ja ihr Erbbesitz von ihren Vorfahren, und niemand kann ja das verboten machen, was nicht ihm gehört;
ח ואי משום הנך דמעיקרא בביטולא בעלמא סגי להו
8 und wenn wegen der vorherigen, so genügt ja die Entheiligung!?
ט אלא מדפלחו ישראל לעגל גלו אדעתייהו דניחא להו בעבודת כוכבים וכי אתו עובדי כוכבים שליחותא דידהו עבדי ה"נ ישראל שזקף לבינה גליא דעתיה דניחא ליה בעבודת כוכבים וכי אתא עובד כוכבים ופלח לה שליחותא דידיה קעביד
9 Vielmehr, da die Jisraéliten das Kalb angebetet haben, so haben sie damit bekundet, daß ihnen der Götzendienst erwünscht war, und als die Nichtjuden kamen, taten sie es im Auftrag der Jisraéliten. Ebenso hat auch ein Jisraélit, der einen Ziegelstein hinstellt, bekundet, daß ihm der Götzendienst erwünscht ist, und wenn der Nichtjude kommt und ihn anbetet, so tut er es in seinem Auftrag. –
י ודלמא בעגל הוא דניחא להו במידי אחרינא לא אמר קרא (שמות לב, ד) אלה אלהיך ישראל מלמד שאיוו לאלוהות הרבה
10 Vielleicht war ihnen nur die Verehrung des Kalbes erwünscht, nicht aber die anderer Dinge!? – Die Schrift sagt: <i>das sind deine Götter, Jisraél</i>, dies lehrt, daß sie nach vielen Göttern verlangt hatten. –
יא אימא כל דבהדי עגל ניתסרו מכאן ואילך נישתרי מאן מוכח:
11 Sollten nur diejenigen [Ašeras] verboten sein, die bei der [Anbetung] des Kalbes vorhanden waren, die späteren aber nicht!? – Wer kann dies feststellen.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> עבודת כוכבים שהניחוה עובדיה בשעת שלום מותרת בשעת מלחמה אסורה בימוסיאות של מלכים הרי אלו מותרות מפני שמעמידין אותה בשעה שהמלכים עוברים:
12 <b>E</b><small>IN</small> G<small>ÖTZE</small>, <small>DEN SEINE</small> A<small>NBETER ZUR</small> F<small>RIEDENSZEIT ZURÜCKGELASSEN HABEN</small>, <small>IST ERLAUBT</small>, <small>WENN ZUR</small> K<small>RIEGSZEIT</small>, <small>SO IST ER VERBOTEN</small>. D<small>IE</small> G<small>ESTELLE DER</small> K<small>ÖNIGE SIND ERLAUBT</small>, <small>WEIL MAN AUF DIESE</small> [G<small>ÖTZEN</small>] <small>STELLT</small>, <small>WENN DIE</small> K<small>ÖNIGE VORÜBERZIEHEN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבי ירמיה בר אבא אמר רב בית נמרוד הרי היא כעבודת כוכבים שהניחוה עובדיה בשעת שלום ומותר אע"ג דכי בדרינהו רחמנא כשעת מלחמה דמי אי בעיא למיהדר הדור מדלא הדור בטולי בטלה:
13 GEMARA. R. Jirmeja b. Abba sagte im Namen Rabhs: Der Nimrodtempel gilt als Götze, den seine Anbeter zur Friedenszeit zurückgelassen haben, und ist erlaubt. Und obgleich der Allbarmherzige sie zerstreut hat, was eigentlich der Kriegszeit gleichen sollte, so konnten sie, wenn sie wollten, dennoch zurückkehren, und da sie nicht zurückgekehrt sind, so haben sie ihn entheiligt.
יד בימוסיאות של מלכים הרי אלו מותרות: וכי מפני שמעמידין אותה בשעה שהמלכים עוברין מותרין
14 D<small>IE</small> G<small>ESTELLE DER</small> K<small>ÖNIGE</small> <small>SIND ERLAUBT</small>. Sollten sie denn deshalb erlaubt sein, weil man auf diese [Götzen] stellt, wenn die Könige vorüberziehen!?
טו אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן ה"ק מפני שמעמידין אותן בשעה שהמלכים עוברין ומלכים מניחין דרך זו והולכין בדרך אחרת
15 Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Er meint es wie folgt: weil man sie auf diese stellt, wenn die Könige vorüberziehen, die Könige aber dennoch diesen Weg lassen, und einen anderen gehen.
טז כי אתא עולא יתיב אבימסא פגימא א"ל רב יהודה לעולא והא רב ושמואל דאמרי תרוייהו בימוס שנפגם אסור ואפי' למ"ד אין עובדים לשברים ה"מ עבודת כוכבים דזילא ביה מלתא למפלח לשברים אבל האי לא איכפת ליה
16 Als U͑la kam, setzte er sich auf ein beschädigtes Gestell. Da sprach R. Jehuda zu ihm: Rabh und Šemuél sagten ja beide, ein beschädigtes Gestell sei verboten, und selbst nach demjenigen, welcher sagt, sie beten Bruchstücke nicht an, gilt dies nur von einem Götzen, weil es ihnen verächtlich erscheint, Bruchstücke anzubeten, bei einem solchen aber machen sie sich nichts daraus.
יז א"ל מאן יהיב לן מעפרא דרב ושמואל ומלאינן עיינין הא רבי יוחנן ור"ל דאמרי תרוייהו בימוס שנפגם מותר ואפי' למ"ד עובדין לשברים ה"מ עבודת כוכבים דכיון דפלחה זילא ביה מילת' לבטולה אבל הני שקלי להאי ומייתו בימוס אחרינא
17 Dieser erwiderte: Daß uns doch jemand etwas vom Staube Rabhs und Šemuéls gäbe, und wir würden es uns in die Augen streuen!? Aber R. Joḥanan und Reš Laqiš sagten beide, ein beschädigtes Gestell sei erlaubt, und selbst nach demjenigen, welcher sagt, sie beten auch Bruchstücke an, gilt dies nur von einem Götzen, weil sie, da sie ihn angebetet haben, es für eine Lästerung betrachten, sie zu entheiligen; Gestelle aber schaffen sie fort und errichten einen anderen.
יח תניא כוותיה דר' יוחנן ור"ל בימוס שנפגם מותר מזבח שנפגם אסור עד שינתץ רובו ה"ד בימוס ה"ד מזבח א"ר יעקב בר אידי אמר ר' יוחנן בימוס אבן אחת מזבח אבנים הרבה
18 Übereinstimmend mit R. Joḥanan und Reš Laqiš wird auch gelehrt: Wenn ein Gestell beschädigt wird, so ist es erlaubt, wenn ein Altar beschädigt wird, so ist er verboten, es sei denn, daß die größere Hälfte zertrümmert worden ist. Was heißt ein Gestell und was heißt ein Altar!? R. Ja͑qob b. Idi erwiderte im Namen R. Joḥanans: Ein Gestell besteht aus einem Steine, ein Altar besteht aus mehreren Steinen.